FUXTEC CT700 im Härtetest: Genialer Familienbegleiter oder teurer Reinfall?
Vorweg: Warum ich mir überhaupt die Mühe mache
Ich bin Vater von zwei Kindern. Und wie vermutlich die meisten von euch habe ich eine Hassliebe zu Bollerwagen entwickelt. Du brauchst das Ding ständig, aber es nervt auch ständig. Zu schwer, zu sperrig, zu umständlich. Der FUXTEC CT700 hat mir versprochen, all das zu lösen.
Hat er es geschafft? Ja und nein. Und genau deshalb schreibe ich das hier.
Kurzfazit
Der CT700 ist stark bei Handling, Faltmechanik und Schiebegriff – ideal für Stadt, Zoo, Park und Kita-Weg auf festen Wegen. Auf Dauer nerven jedoch Materialschwächen, holpriges Fahrgefühl abseits von Asphalt und echte Probleme an Bordsteinen. Für seltene Ausflüge okay, für den täglichen „Kinder-Taxi“-Einsatz mit Gepäck eher grenzwertig.
Dieser Bericht ist keine Werbebroschüre. Ich habe nichts davon, wenn du diesen Wagen kaufst. Aber ich habe viel Zeit damit verbracht, dutzende Erfahrungsberichte zu lesen, Testvideos anzuschauen und mit anderen Eltern zu sprechen. Was ich gefunden habe: Der CT700 ist gleichzeitig genial und frustrierend. Er ist ein Kompromiss – und ob das für dich passt, hängt davon ab, was du wirklich brauchst.
Die unbequeme Wahrheit gleich vorweg: FUXTEC hat versucht, einen Premium-Bollerwagen zum Mittelklasse-Preis zu bauen. Das bedeutet: tolle Features, aber an anderen Stellen wird gespart. Bei der Materialstärke. Bei der Verarbeitung. Bei der Langlebigkeit. Manche haben Glück, bei anderen bricht nach einem Jahr was. Diese Lotterie musst du kennen, bevor du 200+ Euro hinlegst.
Was du bekommst: Die nackten Fakten
Die Eckdaten (ohne Marketing-Blabla)
Aufgebaut: 120 × 56 × 98 cm – also ziemlich groß Zusammengeklappt: 54 × 76 × 20 cm (manche sagen 15 cm, aber glaub eher den 20 cm) Gewicht: Irgendwas zwischen 12 und 14 kg – also nicht gerade ein Leichtgewicht Zuladung: 75 kg – reicht für 2 Kinder plus Kram Material: Stahlgestell (lackiert), Vollgummireifen, abnehmbarer Stoffbezug
Die drei Hauptargumente:
- UV-Schutzdach (LSF 17) ist dabei
- Bremsen vorne UND hinten (selten bei der Preisklasse!)
- Höhenverstellbarer Schiebegriff (der eigentliche Star)
Wie er sich gegen die Konkurrenz schlägt
| Was zählt | CT700 | CT500 | CT800 | Sekey XXL | Hauck Eco |
|---|---|---|---|---|---|
| Faltmaß | 54×76×20 | 60×78×20 | 29×54×81 | 58×27×23 | 97×75×34 |
| Gewicht | ~13 kg | ~12,5 kg | ~15 kg | ~9,5 kg | ~16,5 kg |
| Zuladung | 75 kg | 75 kg | 75 kg | 150 kg | 50 kg |
| Schiebegriff | ✅ | ❌ | ✅ | ❌ | ❌ |
| Bremsen | Vorne & Hinten | Nur Vorne | Vorne & Hinten | Vorne | Hinten |
Was das bedeutet: Der CT700 ist die Mitte – nicht der Günstigste, nicht der Beste, aber mit dem Schiebegriff hat er was, das die meisten anderen nicht haben.
Der Alltagstest: Wenn die Theorie auf Realität trifft
Das Auf- und Zuklappen ⭐⭐⭐⭐⭐
Okay, das muss ich zugeben: Hier ist der CT700 brilliant. Einfach genial.
Ein Handgriff in der Mitte, leichter Druck – zack, steht der Wagen. Zusammenklappen? Genauso easy. Und er bleibt im gefalteten Zustand stehen, kippt nicht um. Das klingt banal, aber wenn du mal mit einem Hauck Eco Mobil gekämpft hast (gefühlt brauchst du drei Hände und einen Youtube-Tutorial), weißt du das zu schätzen.
Meine ehrliche Meinung: Wenn Faltbarkeit dein Hauptkriterium ist, kauf den CT700. Punkt.
Passt er in einen VW Golf? Die 200-Euro-Frage
Kurze Antwort: Ja. Ehrliche Antwort: Ja, aber…
Der CT700 passt in einen Golf 8 (380 Liter Kofferraum). Aber er frisst etwa 82 Liter davon auf. Das heißt: Daneben passen noch ein paar Taschen, Jacken, vielleicht ein Rucksack. Aber Koffer für den Familienurlaub? Vergiss es.
Meine Lösung: Dachbox. Oder größeres Auto. Oder weniger Gepäck (ha, als ob das mit Kindern ginge).
Wie er sich auf verschiedenen Untergründen schlägt
Asphalt & Gehwege ⭐⭐⭐⭐⭐
Hier ist der CT700 in seinem Element. Leichtgängig, wendig, der Schiebegriff macht das Schieben zum Vergnügen. Fast wie ein Kinderwagen. Fast.
Gras & Schotter ⭐⭐⭐
Geht, ist aber anstrengender. Die Hartgummireifen haben keine Federung – jeder Stein geht direkt in die Arme und an die Kinder weiter. Holprig, aber machbar.
Sand ⭐
Oh Gott. Einfach nur: Nein.
Die 5 cm schmalen Reifen graben sich ein wie Titanic in den Eisberg. Du schiebst nicht, du schleppst. Ein Nutzer hat geschrieben: “Über Sand ging garnicht.” Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wenn du regelmäßig an den Strand willst: Kauf einen anderen Wagen. Ernsthaft.
Bordsteine – Das versteckte Drama ⭐
Jetzt wird’s richtig ärgerlich. FUXTEC warnt explizit: “Schiebegriff nicht zum Anheben der vorderen Reifen geeignet”.
Lass das mal sacken.
Der Wagen, der sich als Kinderwagen-Alternative verkauft, kann nicht über Bordsteine gehebelt werden. Bei jedem normalen Kinderwagen drückst du auf den Griff, die Vorderräder gehen hoch, zack über die Kante. Beim CT700? Fehlanzeige. Die Konstruktion gibt das nicht her.
Was das für dich bedeutet:
- An jeder Bordsteinkante musst du den Wagen rückwärts hochziehen
- Oder komplett anheben (bei 75 kg Beladung viel Spaß)
- Jede. Verdammte. Bordsteinkante.
Das nervt. Massiv. Und wenn du in der Stadt unterwegs bist (wo es alle 50 Meter eine Bordsteinkante gibt), wird das zum echten Problem.
Für wen das ein Dealbreaker ist: Alle, die einen vollwertigen Kinderwagen-Ersatz suchen. Der CT700 ist es nicht.
Mit Kindern drin ⭐⭐⭐⭐
Platz: Zwei Kids bis 4-5 Jahre passen gut rein. Ab 5-6 Jahren wird’s eng. Wenn deine Kinder größer oder älter sind, überleg dir den CT800 mit Fußraumverlängerung.
Komfort: Die dünne Schaumstoffmatte ist okay, aber keine Luxus-Polsterung. Auf unebenem Untergrund wird jeder Stein an die Kinder weitergegeben. Premium-Modelle (wie Elvent) haben eine Federung. Der CT700 nicht.
Sicherheit: Hier wird’s kritisch. Die optionalen Gurte sind nur Beckengurte. Eine Mutter schreibt: “Unser Jüngster konnte sich in Nullkommanichts rauswinden!” Für aktive Kleinkinder ist das keine echte Sicherung. Ein 5-Punkt-Gurt wäre nötig – gibt’s aber nicht.
Die unangenehme Wahrheit: Haltbarkeit & Qualität
Hier wird’s ernst. Und ehrlich.
Was Nutzer nach Monaten/Jahren berichten
Das Gute: Die meisten sind in den ersten Monaten begeistert. Der Wagen funktioniert, der Faltmechanismus rockt, alles prima.
Das Problem: Nach 1-2 Jahren intensiver Nutzung häufen sich die Berichte über:
- Durchgerostete Vorderradaufhängungen (selbst bei trockener Lagerung!)
- Komplett zerstörte Kugellager (Kugeln fallen raus)
- Gebrochene Achsen (teils schon nach 2 Wochen)
- Eingerissenes Sonnendach (zu straff gespannt, reißt an den Ecken)
- Rost am Gestänge (wenn’s mal nass wird)
Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: “Funktional top, qualitativ ein Kompromiss.”
Das Stahlgestell ist dünn. Der Stoff ist dünn. Die Anbauteile sind dünn. Der Wagen ist für gelegentliche Ausflüge konzipiert, nicht für täglichen Hardcore-Einsatz.
Der FUXTEC-Kundenservice: Das eigentliche Risiko
Hier wird’s wirklich problematisch. Zahlreiche Berichte sprechen von:
- “Keine Kommunikation”
- “Mieser Service”
- “Unterirdische Ersatzteilversorgung”
- “Reklamation wurde einfach ignoriert”
- “Gewährleistung abgelehnt wegen ‘unsachgemäßer Nutzung'” (selbst bei offensichtlichen Materialfehlern)
Was das bedeutet: Wenn nach der Garantie was kaputtgeht (und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering), stehst du möglicherweise alleine da. Ersatzteile? Fehlanzeige. Reparatur? Viel Glück.
Das Risiko: Der CT700 kann zum teuren Wegwerfprodukt werden. 200+ Euro für 1-2 Jahre Nutzung – wenn du Pech hast.
Der ehrliche Vergleich mit der Konkurrenz
vs. Sekey XXL Plus
Sekey gewinnt bei: Zuladung (150 kg!), Gewicht (nur 9,5 kg) CT700 gewinnt bei: Komfort (Dach, Polsterung, Schiebegriff) Fazit: Sekey für schwere Lasten, CT700 für Kindertransport
Hier geht’s zum Sekey XXL Plus Bericht
vs. Hauck Eco Mobil
Hauck gewinnt bei: Robustheit (dicker Stahlrahmen) CT700 gewinnt bei: Faltmechanismus (haushoch), Packmaß, Handhabung Fazit: Hauck ist ein Panzer, aber sperrig. CT700 ist praktischer, aber weniger robust.
vs. Elvent (Premium-Modelle)
Elvent gewinnt bei: Federung, 5-Punkt-Gurtsystem, Materialqualität, Langlebigkeit CT700 gewinnt bei: Preis (Elvent kostet 2-3x so viel) Fazit: Hier siehst du den Klassenunterschied. Elvent ist in jeder Hinsicht besser – aber eben auch deutlich teurer.
Zubehör: Was du wirklich brauchst
Im Lieferumfang:
- Der Wagen (fertig montiert – super!)
- Sonnendach mit Stangen
- Dünne Bodenpolsterung (sehr dünn)
Was du dir überlegen solltest:
✅ Gepolsterte Einlegematte – Die Standardpolsterung ist ein Witz. Das hier ist fast Pflicht.
✅ Regenschutz – Das Sonnendach hält nur Nieselregen. Bei echtem Regen brauchst du das.
❌ Beckengurte – Nur Beckengurte, kein 5-Punkt-System. Für aktive Kleinkinder wenig Sicherheit.
🤷 Hecktasche – Praktisch, aber beim CT500 serienmäßig dabei. Hier musst du extra zahlen.
🤷 Transporttasche – Nett für den Transport im Auto, aber kein Must-have.
Die wichtigsten Fragen, ehrlich beantwortet
Passt er in einen VW Golf?
Ja. Aber nur der Wagen. Für Urlaubsgepäck brauchst du eine Dachbox oder einen größeren Kofferraum.
Ist er für zwei Kinder (2 und 4 Jahre) geeignet?
Ja. Für dieses Alter passt der Platz. Aber: Die Beckengurte sind für ein aktives 2-Jähriges keine echte Sicherung. Ab 5-6 Jahren wird’s eng – dann lieber den CT800.
Wie ist er am Strand?
Katastrophe. Die schmalen Reifen graben sich in Sand ein. Für den Strand ist er ungeeignet. Punkt.
Was, wenn was kaputtgeht?
Das ist das große Fragezeichen. Der FUXTEC-Service hat einen miserablen Ruf. Rechne damit, dass du nach der Garantie auf dich allein gestellt bist. Ersatzteile? Schwierig. Reparatur? Unwahrscheinlich.
Welche Alternative in der Preisklasse?
- Sekey XXL Plus: Leichter, höhere Zuladung, aber weniger Komfort
- Hauck Eco Mobil: Robuster, aber sperrig und umständlich
- Günstigere No-Name-Marken: Oft ähnliche Konstruktion, aber ohne Schiebegriff
Mein Fazit: Für wen ist der CT700 wirklich geeignet?
✅ Perfekt für dich, wenn:
- Du hauptsächlich in der Stadt/auf befestigten Wegen unterwegs bist
- Du den Wagen oft im Auto transportieren musst
- Dir der Schiebegriff wichtig ist (wirklich ein großer Komfortgewinn)
- Du ihn gelegentlich nutzt (Zoo, Park, Wochenendausflüge)
- Du mit dem Risiko leben kannst, dass er nach 1-2 Jahren kaputtgehen könnte
❌ Nichts für dich, wenn:
- Du regelmäßig an den Strand willst (Sand = Fail)
- Du einen vollwertigen Kinderwagen-Ersatz suchst (Bordstein-Problem!)
- Du viele Bordsteine hast (Stadt mit alten Gehwegen = Nerv-Faktor)
- Du täglichen Hardcore-Einsatz planst (Haltbarkeit fragwürdig)
- Du einen zuverlässigen Kundenservice erwartest
- Deine Kinder schon älter/größer sind (wird zu eng)
Meine persönliche Einschätzung
Der FUXTEC CT700 ist ein cleverer Kompromiss mit großem Risiko.
Die Features sind top: Faltmechanismus brilliant, Schiebegriff genial, Bremssystem solide. Für gelegentliche Ausflüge auf befestigten Wegen ist er eine echte Erleichterung.
ABER: Die Materialqualität ist mittelmäßig, die Langzeithaltbarkeit fragwürdig, und der Kundenservice eine Katastrophe. Du kaufst hier kein Produkt fürs Leben, sondern einen praktischen Begleiter mit eingebautem Ablaufdatum.
Würde ich ihn kaufen?
Wenn ich ihn primär für Ausflüge am Wochenende bräuchte und ein Auto mit begrenztem Kofferraum hätte: Ja, wahrscheinlich. Der Schiebegriff und der Faltmechanismus sind einfach zu gut.
Wenn ich einen täglichen Begleiter für den Kita-Weg bräuchte oder regelmäßig an den Strand wollte: Nein. Definitiv nicht.
Die 200-Euro-Frage: Ist er das Geld wert?
Nur du kannst das entscheiden. Aber jetzt weißt du, worauf du dich einlässt.
Hast du den CT700 oder überlegst du noch? Ich hoffe, dieser Bericht hilft dir bei der Entscheidung. Viel Glück!